Migration: 9 Wichtige Aspekte zu beachten
- rossanagatta
- 19. Nov. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Sept. 2025

Migration hat tiefgreifende und komplexe psychologische Auswirkungen auf
Menschen, da sie wichtige Veränderungen in der Identität, in Beziehungen und im
Lebensumfeld mit sich bringt.
Aus psychologischer Sicht kann der Migrationsprozess eine Reihe von
emotionalen Reaktionen und Phasen auslösen, die je nach Person, Art der
Migration und den Umständen variieren. Hier sind einige der häufigsten
psychologischen Prozesse und Effekte:
1. Trauer
Bei der Migration erleben viele Menschen eine Art "Trauer" über das, was
sie zurücklassen: Familie, Freunde, Heimat, Sprache und Kultur. Dies führt
oft zu Traurigkeit, Nostalgie und manchmal auch zu Depressionen.
2. Kulturschock
Die Ankunft in einem neuen Land bringt oft einen "Kulturschock" mit sich,
wenn die Kultur und sozialen Normen des neuen Ortes stark von denen
des Herkunftslandes abweichen. Dies kann Frustration und Verwirrung
auslösen.
3. Anpassungsstress
Die Herausforderungen, sich in ein neues Leben einzufinden, eine Sprache
zu lernen und Fuß zu fassen, können Stress verursachen. Dieser
„Anpassungsstress“ erhöht das Risiko von Angstzuständen und
Depressionen, besonders bei Menschen, die aufgrund traumatischer
Umstände migrieren.
4. Bikulturelle Identität
Mit der Zeit entwickeln viele migrierte Personen eine bikulturelle Identität.
Die Integration von Aspekten beider Kulturen kann bereichernd sein,
erzeugt jedoch auch das Gefühl, "nicht ganz dazuzugehören" – weder im
Herkunfts- noch im Aufnahmeland.
5. Nostalgie und Einsamkeit
Nostalgie kann in besonderen Momenten oder schwierigen Zeiten
intensiver werden und mischt sich oft mit Gefühlen der Einsamkeit und des
Unverstandenseins. Dies wird schwieriger, wenn im neuen Land kein
stabiles Unterstützungsnetzwerk vorhanden ist.
6. Resilienz und Anpassung
Trotz aller Herausforderungen entwickeln viele Menschen Resilienz, also die
Fähigkeit, Widrigkeiten zu überwinden. Diese Anpassungserfahrung
stärkt ihre inneren Ressourcen.
7. Schuldgefühle
Manche fühlen Schuld, weil sie ihre Liebsten zurückgelassen haben oder
weil sie ihnen finanziell nicht so helfen können, wie sie möchten. Diese
emotionale Belastung kann intensiv sein.
8. Psychische Gesundheitsprobleme
Migration, besonders unter schwierigen Bedingungen, kann psychische
Probleme wie Angstzustände, Depressionen oder posttraumatische
Belastungsstörungen auslösen.
9. Integration und Wohlbefinden
Mit der Zeit und der richtigen Unterstützung schaffen es viele
Migrantinnen, sich zu integrieren, ein neues Unterstützungsnetzwerk
aufzubauen und sich im neuen Land zurechtzufinden. Eine bikulturelle
Identität zu entwickeln, ermöglicht es ihnen, ihre Wurzeln zu bewahren und
sich positiv in die neue Gesellschaft einzufügen.
Der Migrationsprozess beinhaltet eine "psychologische Reise“, die in vielen
Fällen ebenso tiefgreifend ist wie die physische Reise.
Während des gesamten Prozesses ist emotionale, psychologische und soziale
Unterstützung wichtig, um den Menschen zu helfen, die Herausforderungen zu
bewältigen und eine positive Anpassung im neuen Land zu erreichen. Hier sind einige Vorschläge, die dir helfen können, dich besser zu integrieren:
Nimm an einem Kurs teil, um die Sprache zu lernen.
Teile deine Migrationserfahrung und deine Kultur mit anderen.
Reise öfter in dein Heimatland, wenn das möglich ist.
Öffne dich, um neue Menschen kennenzulernen und neue soziale
Netzwerke durch direkten Kontakt und auch online aufzubauen.
Trete Sport-, Freizeit-, Kultur-, Sozialvereinen usw. bei.
Engagiere dich ehrenamtlich.
Informiere dich in der Region, in der du lebst, über Programme für
Migrantinnen und Arbeitsintegration.
Informiere dich über die Anerkennung von Qualifikationen,
Aufenthaltsgenehmigungen, Arbeitsgenehmigungen usw.
Suche nach Seminaren, spezialisierten Workshops und Coachings, die
dir helfen, dein Selbstbewusstsein zu stärken.
Suche bei Bedarf nach spezialisierter Beratung, u.a. medizinische,
psychologische oder psychiatrische Betreuung.


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